12. März 2010
Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs müssen trotz dieser psychischen Ausnahmesituation wichtige Entscheidungen treffen. Wie eine Studie der Berlin School of Public Health zeigt, spielt die Arzt-Patienten-Beziehung dabei eine wesentliche Rolle.
Die informierte Entscheidung des Patienten gilt ethisch und rechtlich als Standard in der medizinischen Praxis. Welche Faktoren den Patienten dabei beeinflussen, ist bisher in Deutschland wenig erforscht. Eine qualitative Studie, gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, untersuchte die Entscheidungsprozesse von Brustkrebspatientinnen unter Berücksichtigung von subjektiven Einstellungen, dem sozialen Umfeld und den Angeboten des Versorgungssystems. Darüber hinaus sollten die Patientinnen angeben, welche Rolle sie bei der Entscheidung einnahmen und welche sie dabei bevorzugt hätten.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Archiv “Brustkrebstherapie: Entscheidungen gemeinsam treffen” (10.03.2010)
1. März 2010
Objective: To examine the role of self-efficacy and depression as potential pathways from physical activity to fatigue in two study samples: breast cancer survivors (BCS) (n = 192) and individuals with multiple sclerosis (MS) (n = 292).
Methods: We hypothesized that physical activity would be associated indirectly with fatigue through its influence on self-efficacy and depressive symptomatology. A cross-sectional path analysis (BCS) and a longitudinal panel model (MS) were conducted within a covariance modeling framework.
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18. Februar 2010
Ernährungsstörungen treten bei Tumorpatienten oft bereits vor der Diagnosestellung auf. Folgen sind erhöhte Morbidität und Mortalität, verminderte Lebensqualität, reduzierte Tumortherapietoleranz und Prognose. Ein tumorassoziierter Gewichtsverlust ist auch für Übergewichtige ungünstig. Eine zentrale Ursache der Mangelernährung ist eine tumorassoziierte systemische Inflammationsreaktion. Eine pathophysiologisch orientierte und auch durchführbare Diagnostik sollte regelmäßig Gewicht, Appetit, Essmenge und die Akutphasenreaktion erfassen. Bei einem Gewichtsverlust ≥5% des gesunden Ausgangsgewichts sollte bei jeder Konsultation eine Ernährungsdiagnostik erfolgen. Oral kann meist mit einer auf die Wünsche und Bedürfnisse des Patienten individuell abgestimmten Vollkost ernährt werden. Bei unzureichender (Energiezufuhr <60% des errechneten Bedarfs, erwartet für mindestens 10 Tage) oder nicht möglicher [Energiezufuhr <2095 kJ/Tag (<500 kcal/Tag), erwartet für mindestens 5 Tage] oraler Ernährung ist eine künstliche Ernährung indiziert. Die Empfehlungen zur Vitamin- und Spurenelementzufuhr entsprechen den Richtlinien der Fachgesellschaften.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
5. Februar 2010
Respekt vor der Autonomie ist ein zentrales ethisches Prinzip, das auch im medizinischen Kontext große Bedeutung erlangt hat. Onkologische Patienten stehen aufgrund der existenziellen Bedrohung durch die Erkrankung in einem besonders assymetrischen Verhältnis zu ihrem Arzt. Sie sind nicht nur auf medizinisch fachliche Hilfe angewiesen, sondern auch auf Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. Der Wandel vom Paternalismus zur Autonomie hat – nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen – dazu geführt, dass Patienten jede Behandlung autorisieren müssen und dabei manchmal auch Entscheidungen delegiert werden. Um rechtlich relevante Aufklärungsmängel zu vermeiden, werden Patienten sehr umfassend und defensiv aufgeklärt, was zu Verängstigung und Überforderung führen kann. So kann die zum Nutzen der Patienten gedachte Autonomie manchmal in der Not der Krankheit auch zu einer Falle werden. Um diese Fehlentwicklung zu vermeiden, ist besondere Aufmerksamkeit auf sensible und kontinuierliche Aufklärung, Begleitung und gemeinsame Entscheidungsfindung zu richten.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
4. Februar 2010
Gerade angesichts der zunehmenden Implementierung ökonomischer Denk- und Wertmuster in die Medizin läuft die moderne Medizin Gefahr, sich allein an den ökonomischen Selbstgesetzlichkeiten zu orientieren und hierbei ihre ureigene Identität als Institution der Hilfe nicht mehr zum Kerngehalt ihres Seins zu erklären. Medizin bedeutet aber mehr als Befolgung von Klientenwünschen. Vielmehr konstituiert sich Medizin durch die Ausrichtung auf das Wohl des Patienten. Hierzu ist es notwendig, Autonomie und Fürsorge miteinander in Verbindung zu bringen. Es wird dafür plädiert, die soziale und karitative Dimension der Arzt-Patient-Beziehung aufrechtzuerhalten und diese gerade im Bereich der Onkologie nicht dem Kriterium der Marktfähigkeit unterzuordnen.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
3. Februar 2010
Sport und körperliche Aktivität sind wirksame Maßnahmen der Gesundheitsförderung. Ihre Rolle bei Tumorpatienten wurde jedoch lange Zeit unterschätzt. Weltweit machen Lebensumstände etwa 50–75% des Krebsrisikos aus. Bei einer wachsenden Zahl von Malignomen ist Bewegungsmangel neben Adipositas und Fehlernährung von kritischer Bedeutung. Das Bindeglied zwischen Adipositas, Bewegungsmangel und Krebs stellen die insulinartigen Wachstumsfaktoren dar, die evtl. für die Entwicklung einer endokrinen Therapieresistenz mitverantwortlich sind. Die Beeinflussung des Glukose- und Insulinstoffwechsels entwickelt sich deshalb zu einer neuen und ergänzenden Strategie gegen malignes Zellwachstum. Darüber hinaus zeigten zahlreiche Untersuchungen, dass regelmäßige körperliche Aktivität bei Tumorpatienten nicht nur zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, sondern auch zu einer Reduktion der Nebenwirkungen der Therapie (v. a. der Fatigue), einer Stimmungsaufhellung und einer Zunahme der Lebensqualität führt.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
Der Beitrag entwirft ein Gerechtigkeitskonzept, das im Sinne der WHO von der grundsätzlichen Gleichheit aller Menschen im Blick auf ihr Recht auf Leben und damit verbunden ihr Recht auf eine bestmögliche Behandlung bei Krebserkrankungen und den daraus resultierenden Pflichten ausgeht. Dabei stellt sich insbesondere das Problem der Verteilungsgerechtigkeit bei der Krebstherapie, sobald man über den nationalen Tellerrand hinausschaut und global denkt. So standen im Jahr 2006 beispielsweise für Menschen im Kongo 18 $, für uns in Deutschland 3328 $ und für US-Bürger 6714 $ im Durchschnitt zur Verfügung.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
1. Februar 2010
Bei der Therapie des Mammakarzinoms entstehen erhebliche Behandlungskosten. Im Rahmen der hier durchgeführten pharmakoökonomischen Studie wird der Einfluss von Mistelpräparaten auf die Behandlungskosten während der Nachsorge, beginnend mit dem Ende der adjuvanten Therapie, untersucht. Patienten der Verumgruppe haben während der Nachsorge ergänzend Mistelpräparate eingenommen, die der Kontrollgruppe hingegen nicht. Bei der dritten Patientengruppe der Wechsler wurde während der Nachsorge zwischen einer Therapie mit und ohne Mistelpräparate gewechselt. Somit konnte untersucht werden, ob sich durch die Einnahme von Mistelpräparaten Auswirkungen auf die anfallenden Kosten nachweisen lassen. (weiterlesen…)