9. Februar 2010
Depressive Störungen sind ein weit verbreitetes und oft chronisches Gesundheitsproblem mit erheblichem Leiden des Individuums und hohen Gesundheitskosten. Die subjektiven Wahrnehmungen einer solchen Erkrankung korrelieren mit deren Bewältigung. Dies kann insbesondere für depressive Störungen angenommen werden, da bei Depressionen die dysfunktionalen kognitiven Bewertungsprozesse sowohl ätiologisch relevant sind als auch die Krankheitsbewältigung ungünstig beeinflussen. Diese Studie hat zum Ziel, Zusammenhänge zwischen Dimensionen der Krankheitskonzepte von Patientinnen und Patienten, der depressiven Symptomatik und positivem Affekt zu untersuchen. (weiterlesen…)
6. Februar 2010
Sekundäre Traumatisierung umfasst Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) und negativ verzerrte Grundüberzeugungen, die Trauma-Therapeuten durch die Konfrontation mit Berichten über traumatische Ereignisse seitens ihrer Patienten entwickeln. Diese systematische Übersicht untersucht, inwieweit theoretische Veröffentlichungen zu sekundärer Traumatisierung auch eine empirische Grundlage haben. Wir fassen 21 quantitative Studien zu den psychologischen Konsequenzen trauma-therapeutischer Arbeit zusammen. In etwa der Hälfte der Studien gab es (weiterlesen…)
28. Januar 2010
Unter der Alternativmedizin versteht man verschiedene medizinische und pseudomedizinische Behandlungskonzepte, die als Ersatz für konventionelle Methoden eingesetzt werden. Die meisten der aktuellen alternativen Methoden basieren auf Konzepten, die kaum schlüssig und darüber hinaus nicht evaluiert sind. Entsprechend sind die Methoden wie Ukrain, Vitamin B17 (Laetrile), Ernährung nach Dr. Coy, Redifferenzierungstherapie nach Kremer, Therapie nach Dr. Hulda Clark, Neue Germanische Medizin nach Hamer, Insulinpotenzierte Therapie, Flor Essence, oder Galavit abzulehnen. Therapeutische Maßnahmen, die alternativ zur konventionellen Medizin eingesetzt werden sollen, sollten unter Berücksichtigung von Therapiesituation, Tumorentität und der vorliegenden Erfahrungen nach rationalen Gesichtspunkten eingesetzt werden. Unter dieser Prämisse müssen sie nicht als alternative Therapien im herkömmlichen Sinne, sondern als Bestandteil einer rationalen, wissenschaftlichen Medizin gesehen werden.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
27. Januar 2010
The objective of this study was to examine the effectiveness of mindfulness-based stress reduction (MBSR) on depression, anxiety and psychological distress across populations with different chronic somatic diseases.
A systematic review and meta-analysis were performed to examine the effects of MBSR on depression, anxiety, and psychological distress. The influence of quality of studies on the effects of MBSR was analyzed.
Eight published, randomized controlled outcome studies were included. An overall effect size on depression of 0.26 was found, indicating a small effect of MBSR on depression. The effect size for anxiety was 0.47. However, quality of the studies was found to moderate this effect size. When the studies of lower quality were excluded, an effect size of 0.24 on anxiety was found. A small effect size (0.32) was also found for psychological distress.
It can be concluded that MBSR has small effects on depression, anxiety and psychological distress in people with chronic somatic diseases. Integrating MBSR in behavioral therapy may enhance the efficacy of mindfulness based interventions.
Quelle: ScienceDirect – Journal of Psychosomatic Research : The effects of mindfulness-based stress reduction therapy on mental health of adults with a chronic medical disease: A meta-analysis
25. Januar 2010
In Deutschland wird die Anzahl von Patienten mit Indikation für eine ambulante neuropsychologische Therapie auf jährlich ca. 40.000 – 60.000 geschätzt. Dem stehen bundesweit lediglich ca. 200 ambulant tätige Psychologische Psychotherapeuten (PPT) mit neuropsychologischer Qualifikation gegenüber. Welche Patienten mit welchen Merkmalen und Störungsbildern werden von neuropsychologischen PPT mit welchen Charakteristika wie, in welchen Settings, wie lange und mit welchem Erfolg behandelt? Totalerhebung aller ambulanten neuropsychologischen Therapeuten in Deutschland (GNP-Register) mittels Fragebogen zu fünf Themenbereichen: 1) Therapeutencharakteristika, 2) Praxismerkmale, 3) Patientencharakteristika, 4) strukturelle Bedingungen, 5) Überweisungsprozesse. Stichprobe: Auswertungsstichprobe N=118 (Ausschöpfungsquote: 65 %).
Die Versorgungsdichte bezogen auf die Bevölkerungszahl beträgt ca. 1:360.000 (West-Ost-Vergleich 3:1). Neuropsychologische Therapeuten besitzen i.d.R die Approbation als PPT und behandeln zu 70 % neuropsychologisch erkrankte Patienten mit einer Kombination aus neuropsychologischen Interventionsmethoden und sonstigen Richtlinienverfahren.
Quelle: PsyCONTENT – Zeitschriftenbeitrag
23. Januar 2010
Die tumorbedingte Fatigue ist ein verbreitetes und den Patienten sehr belastendes Syndrom im Rahmen der Krebserkrankung und -therapie. Tumorbedingte Fatigue (im angloamerikanischen Sprachraum als cancer-related fatigue, CRF, bezeichnet) geht einher mit dem subjektiven Gefühl von physischer und mentaler Müdigkeit, Erschöpfung, Energieverlust und wenig Möglichkeiten der Erholung. Es geht weit über das „normale” Maß an Erschöpfung hinaus, was gesunde Personen erleben. Tumorbedingte Fatigue kommt als Folge der Krebserkrankung selbst und als Nebeneffekt der Krebstherapie vor. (weiterlesen…)
22. Januar 2010
Für ein kontinuierliches Monitoring psychotherapeutischer Veränderungen sind kurze, valide und veränderungssensitive Instrumente erforderlich. Die Eignung des Ergebnisfragebogens (EB-45) zu diesem Zweck wurde in dieser Studie untersucht. Anhand einer Bevölkerungsstichprobe (n = 232), einer Stichprobe von Bahnpendlern (n = 615), einer Stichprobe ambulanter Psychotherapiepatienten (n = 671) und einer Stichprobe stationärer Psychotherapiepatienten (n = 960) wurden Aspekte der konvergenten und diskriminativen Validität sowie die Veränderungssensitivität des Ergebnisfragebogens untersucht. Weiter wurden für die externen Kriterien “Suizidgedanken” und “Arbeitsfähigkeit” Sensitivitäts-Spezifitätsanalysen durchgeführt. Für die beiden klinischen Stichproben zeigte sich auf einzelnen Skalen des EB-45 eine Abhängigkeit vom Geschlecht, Alter und der klinischen Diagnose. Mäßige Konkordanzen (κ ~0.4) ergaben sich mit der Symptom-Checkliste und deren Kurzform, dem Brief Symptom Inventory, geringe Konkordanzen mit dem Fragebogen zur Lebenszufriedenheit und dem Gießener Beschwerdebogen. Die Diskrimination zwischen den klinischen und nicht-klinischen Stichproben war auf den einzelnen Subskalen und der Gesamtskala gut.
Quelle: PsyCONTENT – Zeitschriftenbeitrag
19. Januar 2010
Der therapeutischen Beziehung muss eine große Bedeutung beigemessen werden. Sowohl die Kenntnis der sehr unterschiedlichen Aspekte möglicher Beziehungsgestaltungen als auch das Erlernen verschiedener Formen der therapeutischen Handhabung der Beziehung sind von entscheidender Bedeutung für den Therapieerfolg. Im psychotherapeutischen Prozess kommen Wirkfaktoren zur Anwendung (Ressourcenaktivierung, Problemaktivierung, Problemklärung und Problemlösung), welche überwiegend in enger Abfolge bzw. sogar gleichzeitiger Anwendung erfolgen. Dies gilt auch für die vom Therapeuten intendiert eingesetzten Beziehungsangebote, welche sich ebenfalls auf der Grundlage der Wirkfaktoren konzeptualisieren lassen. Es zeigt sich, dass eine einzelne Beziehungsqualität durchaus unterschiedliche therapeutische Wirkmechanismen evoziert (z. B. auf die Problemaktualisierung und -klärung). Eine erfolgreiche therapeutische Beziehungsgestaltung ist gekennzeichnet durch eine (weiterlesen…)