30. Januar 2010
Schmerzen bilden den häufigsten Grund für die stationäre Einweisung von Patienten mit Aids. Oft verbergen sich hinter körperlichen Symptomen depressive Episoden. Therapiebedingte Schmerzen stellen ein zunehmendes Problem in der HIV-Behandlung dar, was als Konsequenz eine Alteration der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) bedeutet. Kopfschmerzen treten bei bis zu 90% aller Patienten mit einer HIV-Infektion auf. Zu differenzieren sind idiopathische Kopfschmerzen, die schon vor der HIV-Infektion bestanden, Kopfschmerzen durch opportunistische Infektionen, als Nebenwirkung von HAART sowie ein eigenständiger HIV-assoziierter Kopfschmerz. Bis zu 20% aller Neuropathien entstehen bei HIV-Infizierten iatrogen durch HAART. Je nach individuellem Resistenzprofil ist eine Umstellung von HAART indiziert. Interaktionen der HAART mit den Medikamenten, die zur Schmerztherapie über die Cytochrom-P450-Systeme eingesetzt werden, stellen einen speziellen therapeutischen Aspekt dar, der besonders berücksichtigt werden muss, um nicht die Resistenzentwicklung des HI-Virus zu fördern.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
Sekundäre Pflanzenstoffe haben gemäß präklinischen und epidemiologischen Daten interessante Eigenschaften bei der Prävention in der Onkologie. Während die Bedeutung einer gesunden Ernährung unbestritten ist, sind jedoch die epidemiologischen Daten für einzelne dieser Stoffe noch widersprüchlich. Prävention kann nicht auf einen einzelnen Pflanzenstoff oder eine Gruppe von einzelnen sekundären Pflanzenstoffen aufgebaut werden. Präklinisch liegen für alle diese Substanzen ebenfalls interessante Daten bezüglich ihrer direkten antitumoralen Wirkung vor. Sie weisen gleichzeitig aber auch auf das hohe Interaktionspotenzial hin und zeigen auch, dass die hochdosierte Einnahme von wirkungsvollen sekundären Pflanzenstoffen potenziell schädigende Wirkungen hat. Der Einsatz in Form von Nahrungsergänzungsmitteln außerhalb von klinischen Studien ist nicht empfehlenswert.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
29. Januar 2010
Homöopathische Behandlungen werden in deutschsprachigen, aber auch in anderen Ländern von Krebspatienten häufig und z. T. über längere Zeiträume in Anspruch genommen. Prospektive Beobachtungsstudien zur Anwendung bei den verschiedensten Erkrankungen weisen in der Regel auf einen Nutzen der homöopathischen Behandlung hin. Die vorliegenden randomisierten Therapiestudien und deren Ergebnisse werden in den bisher publizierten Übersichtsarbeiten und Metaanalysen kontrovers beurteilt.
Zur Anwendung bei Patienten mit einer Tumorerkrankung liegen bis heute nur relativ wenige wissenschaftliche Untersuchungen vor. Sie werden in der vorliegenden Arbeit dargestellt und diskutiert. Einzelne Studien zeigen günstige Effekte auf Nebenwirkungen antitumoraler Therapien sowie auf die Lebensqualität tumorkranker Patienten. Diese Ergebnisse bedürfen aber einer Replikation in methodisch angemessenen und aussagekräftigen Folgestudien. Zur Frage einer möglichen antitumoralen Wirksamkeit sind bisher keine vergleichenden Studien durchgeführt worden. In den derzeit publizierten Studien wurden keine ernsten unerwünschten Wirkungen und keine Interaktionen mit konventionellen antitumoralen Therapien berichtet.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
28. Januar 2010
Unter der Alternativmedizin versteht man verschiedene medizinische und pseudomedizinische Behandlungskonzepte, die als Ersatz für konventionelle Methoden eingesetzt werden. Die meisten der aktuellen alternativen Methoden basieren auf Konzepten, die kaum schlüssig und darüber hinaus nicht evaluiert sind. Entsprechend sind die Methoden wie Ukrain, Vitamin B17 (Laetrile), Ernährung nach Dr. Coy, Redifferenzierungstherapie nach Kremer, Therapie nach Dr. Hulda Clark, Neue Germanische Medizin nach Hamer, Insulinpotenzierte Therapie, Flor Essence, oder Galavit abzulehnen. Therapeutische Maßnahmen, die alternativ zur konventionellen Medizin eingesetzt werden sollen, sollten unter Berücksichtigung von Therapiesituation, Tumorentität und der vorliegenden Erfahrungen nach rationalen Gesichtspunkten eingesetzt werden. Unter dieser Prämisse müssen sie nicht als alternative Therapien im herkömmlichen Sinne, sondern als Bestandteil einer rationalen, wissenschaftlichen Medizin gesehen werden.
Quelle: SpringerLink – Zeitschriftenbeitrag
Der Hartmannbund (HB), Landesverband Niedersachsen, kritisiert den Entwurf zum neuen Hochschulgesetz (NHG) in Niedersachsen. Er sieht vor, dass jeder zukünftig nach dreijähriger Berufspraxis das mit seinem gelernten Beruf verwandte Fach studieren kann. „Das wird den Ärztemangel in Niedersachsen noch weiter verschärfen“, kommentierte HB-Landesvorsitzender Bernd Lücke.
Laut HB vermitteln weder der Realschulabschluss noch drei Jahre Berufsschule sowie drei Jahre Berufserfahrung die für das Medizinstudium zwingend erforderlichen naturwissenschaftlichen Grundlagen. (weiterlesen…)
Voraussetzung: Sie müssen in ihrem Beruf ausgebildet sein und mindestens drei Jahre Berufserfahrung haben, um fachbezogen zu studieren. Die Neuregelung betrifft alle Berufstätigen. Das hat das Niedersächsische Kabinett im Zuge der Änderung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) beschlossen und will den Beschluss nun in den Landtag einbringen. Kompetenzen, die in der Praxis erworben wurden, können damit ohne Abitur und ohne weitere Vorprüfungen auf ein Studium angerechnet werden. Derzeit dürfen nur Meister, Techniker, Betriebswirte oder besonders begabte Berufstätige ohne Abitur studieren, und zwar über Stipendien.
Quelle: Medizinstudium ohne Abitur für Arzthelferinnen
27. Januar 2010
The Chalder Fatigue Scale (CFQ) is a widely used instrument to assess fatigue in both clinical and nonclinical settings. Psychometric properties of the scale and discriminative abilities were examined.
A total of 361 patients with CFS and 1615 individuals in the community were assessed with the CFQ. Principal component analysis (PCA) was used to explore the structure of the scale. Receiver-operating characteristic curve (ROC) was used to investigate the discriminative properties.
Two components, physical and mental fatigue, were identified in the CFS patient group and in the general population samples. Area under the curve for ROC was .91. The fatigue scale effectively discriminates, at high scores, between CFS patients and the general population.
Physical and mental fatigue are clearly separable components of fatigue. The CFQ can discriminate reliably between clinical and nonclinical conditions.
Quelle: ScienceDirect – Journal of Psychosomatic Research : Measuring fatigue in clinical and community settings
The objective of this study was to examine the effectiveness of mindfulness-based stress reduction (MBSR) on depression, anxiety and psychological distress across populations with different chronic somatic diseases.
A systematic review and meta-analysis were performed to examine the effects of MBSR on depression, anxiety, and psychological distress. The influence of quality of studies on the effects of MBSR was analyzed.
Eight published, randomized controlled outcome studies were included. An overall effect size on depression of 0.26 was found, indicating a small effect of MBSR on depression. The effect size for anxiety was 0.47. However, quality of the studies was found to moderate this effect size. When the studies of lower quality were excluded, an effect size of 0.24 on anxiety was found. A small effect size (0.32) was also found for psychological distress.
It can be concluded that MBSR has small effects on depression, anxiety and psychological distress in people with chronic somatic diseases. Integrating MBSR in behavioral therapy may enhance the efficacy of mindfulness based interventions.
Quelle: ScienceDirect – Journal of Psychosomatic Research : The effects of mindfulness-based stress reduction therapy on mental health of adults with a chronic medical disease: A meta-analysis